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Oesterleystrasse, Hannover

Beschreibung

Die Erkenntnisse ähneln sich: Will man das eine modernisieren, guckt man auch gleich nach anderen Mängeln. Besonders wenn Thermografieaufnahmen die Wärmeverluste des Hauses unerbittlich aufdecken. So wurde 2008 nach Erstberatung durch einen Energieberater und die Aufnahme des Hauses als dena-Modellhaus eine Modernisierung in Angriff genommen mit dem Ziel, mindestens 50 Prozent weniger Energie zu verbrauchen als ein Neubau. Dafür winkte neben anderen Förderungen ein Tilgungszuschuss bei der KfW Förderbank in Höhe von 20 Prozent des Kreditvolumens. Das engagierte Vorhaben bedurfte großer Schritte: Die Heizung und Warmwasserbereitung übernimmt seit 2008 ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk, das ressourcenschonend neben Wärme auch Strom erzeugt – den 3 von 6 Wohnungen selbst verbrauchen, der übrige wird eingespeist. Qualitätvoll gedämmt wurden Dach, Außenwand und Kellerdecke und auch der Gebäudesockel erhielt eine Dämmung. Wärmeschutz und solare Gewinne bieten die hochwertigen Passivhaus-Fenster. Eine zentral gesteuerte Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung verbreitet gleichmäßig frische und angenehm temperierte Raumluft. Mit einer guten Anleitung wissen die Mieter inzwischen alle Vorteile dieses beinahe Passivhaus-Wohnens zu nutzen und zu genießen.

Die Beteiligten

Bauherren:

Detlef Schmidt und Thomas Hermann

Planung:

Bauherren, Ing.-Gemeinschaft Bau+Energie+Umwelt, Energieberater Thomas Titz

Gebäudedaten

GEBÄUDETYP:

Mehrfamilienhaus

STANDORT:

Hannover

BAUJAHR:

1952

MODERNISIERUNG:

2008-2009

WOHNEINHEITEN:

6

BEHEIZTE WOHNFLÄCHE:

480 m²

FÖRDERMITTEL:

KfW, dena-Modellprojekt,

BAFA, proKlima

Ausgangszustand

Aussenwand:

massives Kalksandstein-Mauerwerk, U-Wert ? 1,0 W/(m2K)

Fenster:

Mix aus Holz- und Kunststofffenstern mit Isolierverglasung, U-Wert ? 2 – 2,5 W/(m2K)

Dach:

ungedämmtes Sparrendach

Kellerdecke:

ungedämmte Ortbetondecke

Lüftung:

Fensterlüftung sowie über altbautypische Fugen und Ritzen

Heizung:

circa 30 Jahre alte Gasheizung, Warmwasserbereitung über Elektro-Durchlauferhitzer

Die Modernisierung im Detail

Aussenwand:

18 cm Wärmedämmverbundsystem aus Polystyrol, Qualität 0,032 W/(mK), U-Wert = 0,16 W/(m2K)

Fenster:

neue Passivhaus-Fenster mit 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung im Kunststoffprofil, U-Wert = 0,8 W/(m2K)

Dach:

Aufdopplung der vorhandenen Dachsparren auf insgesamt 30 cm, Verlegen einer Dampfbremse und 30 cm Mineralwolledämmung, Qualität 0,035 W/(mK), U-Wert = 0,16 W/(m2K)

Kellerdecke:

Dämmung der Kellerdecke von unten mit 10 cm Polystyrol-Dämmung, Qualität 0,032 W/(mK)

Lüftung:

je Wohnung eine Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Heizung:

neues gasbetriebenes BHKW mit einer Wärmeleistung von 4 bis 12,5 kW (modulierend) und 1,3 bis 4,7 kW elektrischer Leistung, Zentralisierung der Warmwasserbereitung in Küchen und Bädern

Kühlung:

keine aktive Kühlung vorhanden

Gemessene Kennwerte

Luftdichtheit:

n50= 1,2 h-1

 

Gerechnete Kennwerte

Rechenmethode: Passivhaus-Projektierung

Vorher-Werte: Gebäudetypologie Hannover

Heizwärmebedarf:

VORHER

  160 kWh/(m²a)

NACHHER

   39 kWh/(m²a)

EINSPARUNG

   76 %

Endenergiebedarf für Heizung, Kühlung, Warmwasser und Strom:

VORHER
Gas

  224 kWh/(m²a)

Strom

   35 kWh/(m²a)

NACHHER
Gas

  101 kWh/(m²a)

Strom

   17 kWh/(m²a)

Energieerzeugung nachher:

GAS-BHKW
Strom

13.600 kWh/a

Primärenergieberdarf für Heizung, Kühlung, Warmwasser und Strom:

VORHER

  342 kWh/(m²a)

NACHHER

   84 kWh/(m²a)*

EINSPARUNG

   75 %

CO2-Emissionen für Heizung, Kühlung, Warmwasser und Strom:

VORHER

   77 kg/(m²a)

NACHHER

   17 kg/(m²a)*

EINSPARUNG

   78 %

*inklusive Gutschrift Stromerzeugung