proKlima vergibt zwei Sonderpreise beim #BDA_Preis_Master_H

Der BDA-Master_H Preis würdigt gute Abschlussarbeiten an der Fakultät Architektur und Landschaft der Leibniz Universität Hannover. Jetzt wurden die Preise für das Wintersemester 21/22 an die Absolvent*innen verliehen.

Hannover, 05. Mai 2022

Zur Eröffnung des BDA-Schaufenster am Trammplatz Hannover am Dienstagabend wurden die Architektur-Absolvent*innen durch den BDA und mit dem Sonderpreis proKlima ausgezeichnet. Die Abschlussarbeiten sind neben den BDA-Beiträgen noch bis zum 12.04.22 am Trammplatz (vor dem Neuen Rathaus Hannover) präsentiert.

Dr. Bala Ramani, Vorsitzender des proKlima-Kuratoriums, überreichte die Preis-Schecks von proKlima und freute sich über das Engagement der angehenden Architekt*innen: „Gerade für die Umsetzung der Klimaschutzziele brauchen wir gute und ideenreiche Nachwuchskräfte im Bausektor". Der proKlima-Sonderpreis im Wintersemester 2021 / 22 dotiert mit 300 EUR geht an Jule Nina Hamann und Maike Henkel für ihre Masterthesis SCIENCE MEETS CITY ‐ Eine Zukunftsvision für inner/städtische Warenhausstrukturen im Wandel. Zudem wurde eine „Anerkennung", mit 150 EUR dotiert, an Nadine Eisenhauer für ihre Arbeit Tropical Railways ‐ Revitalisierung der interozeanischen Bahnstrecke Costa Ricas verliehen.

In der Laudatio von proKlima zur Sonderpreis-Preisvergabe heißt es dazu:

SCIENCE MEETS CITY ‐ Eine Zukunftsvision für inner/städtische Warenhausstrukturen im Wandel (Jule Nina Hamann und Maike Henkel)
Dem Gebäudebestand gehört die Aufmerksamkeit, nicht dem Neubau. Das Bauen im Bestand wird uns als Architekt*innen zukünftig hauptsächlich beschäftigen. Das noch verfügbare weltweite CO2-Budget zur Verhinderung der Erderwärmung lässt es nicht zu, dass wir uns auf Abriss und Neubau konzentrieren. Hannovers Innenstadt ist vom „Wandel im Handel" betroffen. Leerstand von vergangenen Großkaufhaus-Strukturen sind dabei eine besondere Herausforderung.

Die Arbeit von Jule Nina Hamann und Maike Henkel thematisiert diesen Wandel in Hannovers Innenstadt und sucht nach einer nachhaltigen Nachnutzung. Das ehemalige Galeria Kaufhof/ Horten Kaufhaus hinterlässt ein Raumvakuum und auch eine Menge an „gebundener Grauer Energie" in der Stadt. Die intelligente Weiternutzung unter Verwendung der bestehenden Primärkonstruktion, das Recyclen von gefunden Baustoffen, steht auf der Agenda.

Jule Nina Hamann und Maike Henke finden eine plausible Nach-Nutzungsmöglichkeit und das dazu passende Umnutzungskonzept. Das eine universitärere Nutzung im Kaufhaus in der Realität bereits funktioniert, zeigen Beispiele aus anderen Kommunen, wie der Universität Siegen, die sich in einem ehemaligen Karstadt Kaufhaus niedergelassen hat. Das Gebäude wird aufgebrochen, „entschlackt" und eine neue Nutzungsqualität geschaffen. Die Vorgehensweise der Modernisierung wird nachvollziehbar dargestellt. Es wird dazu ein neuer Stadtraum vor der Marktkirche gebildet, um die autofreien Aufenthaltsqualitäten in der Schmiedestraße zu erhöhen. Die Fassade wir zum Stadtraum transparent geöffnet, wovon einerseits die Nutzenden mit Ausblick, die Tageslichtnutzung und der Energieverbrauch profitieren und gleichzeitig den Bürger*innen Einblicke gewährt.

Tropical Railways ‐ Revitalisierung der interozeanischen Bahnstrecke Costa Ricas (Nadine Eisenhauer)

Der Wandel in der Mobilität ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Weltweit macht die Mobilität rund ein Drittel am weltweiten CO2-Ausstoß aus. Ein „weiter so" im individuellen PKW-Verkehr auch mit Umstieg auf die Elektromobilität ist nicht die Lösung. Zu viele Ressourcen und Rohstoffe werden benötigt, die ebenfalls in anderen Sektoren Emissionen erhöhen oder starke Umweltbelastungen herbeiführen. Für eine Mobilitätsgarantie sollten vielfältige Lösungen gedacht werden.

Die Masterthesis von Nadine Eisenhauer denkt eine Lösung für den Staat Costa Rica, die Revitalisierung der Bahnverbindung von West nach Ost, von Küste zu Küste, von Pazifik zum Karibischen Meer bzw. Atlantik.

Vom großen bis zum kleinen Maßstab analysiert die Arbeit Geschichte, Potentiale und Chancen der wiederbelebten Bahnnutzung. An verschiedenen Stationen werden im kleinen Maßstab Lösungen zur Wiederbelebung, den Umstieg auf die Bahn und den „Modal Split" aufgezeigt. 80 % der Bevölkerung der Costa Ricas wohnen in unmittelbarer Nähe zur Bahnstrecke und viele fossil betriebenen Pendelfahrten mit dem PKW könnten eingespart werden. Damit wäre es ein erheblicher Beitrag zur Klimaneutralität von Costa Rica.

Mehr Infos zum Master_H Preis und dem BDA-Schaufenster hier.

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